schwarzer Kaffee fließt in einer gläserne Servierkanne.

Warum ich schwarzen Kaffee so liebe

Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen sehr irritiert reagieren, sobald sie feststellen, dass mein liebster Bohnensud, schwarzer Kaffee ist. Damit nicht genug, der kommt nicht mal aus einer echten italienischen Maschine, sondern ist auch noch schnöder Filterkaffee.

Dabei scheint sich diese Irritation bevorzugt daran zu orientieren, dass ich Barista oder Kaffee Fachmensch bin. Denn die aller meisten Menschen trinken ja selbst hauptsächlich Filterkaffee, sehen das wiederum aber als weniger hochwertig an.

Was ein Trugschluss, zumindest in meinen Augen. Denn die Welt des Filterkaffees ist so unfassbar vielfältig, nicht nur durch die Kaffees selbst, sondern auch durch die vielen Brühmethoden. Das alles gibt es dann auch noch mit quasi nicht vorhandenen Einstiegshürden.

Zum Jahresende gibt es eine entspannte Folge, die dir erklärt, warum ich als Barista am liebsten schwarzen Filterkaffee trinke.

Viel Spaß beim Hören, Lesen, Teilen.

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Filterkaffee des Deutschen Liebling

Statistisch gesehen ist und bleibt Deutschland ein Filterkaffee Land. Andere Zubereitungsmethoden gewinnen immer mehr Marktanteile, ja. Am Ende aber, ist es immer noch die gute alte Filterplörre, welche unsere Morgen begleitet, in den Teeküchen der Unternehmen verlockend vor sich hin sudet, beim Kaffeekränzchen gereicht wird und all zu oft verantwortlich ist für Sodbrennen und Refluxe aller Art.

Ziertasse mit Unterteller und gefüllt mit schwarzem Kaffee steht auf einem Tisch mit Tischdecke.

Das, was die absolute Mehrheit der Menschen in unserem Land unter Filterkaffee versteht, ist zwar technisch gesehen auch solcher, wird aber in derart schauerlicher Qualität konsumiert, dass sein Ruf viele Gesichter verzerrt – zurecht.

Die Gründe für die Scheußlichkeit sind dabei recht vielfältig. Grob zusammengefasst, kann man sagen, als Nation trinken wir gern günstig, vorgemahlen/alt und Zubereitet, wie es in der Familie überliefert wurde. Letzteres oft grob geschätzt und gespickt mit Halbwissen.

Trotzdem, ja du hast richtig gelesen, ich – als Kaffee Fachmensch – liebe schwarzen Filterkaffee und trinke nur selten etwas anderes. Warum? Das kommt hier.

Warum Filterkaffee nicht gleich Filterkaffee ist

Spannend ist immer das Kaffeebrühen für selbsternannten Kaffeebanausen, die „das Zeug“ nur mit Milch/Zucker runter bekommen. Zählst du dich dazu? Ich kann dich verstehen. Aber du bist kein Banause, deine Zunge funktioniert nur noch.

Genau diese Zielgruppe bekoche ich besonders gern mit einem feinen schwarzen Filterkaffee. Denn sie können das größte Lob für mich aussprechen: „Boa den kann ich ja sogar ohne milch und Zucker trinken“.

Aber warum ist das so?

Der Großteil dessen, was Menschen als ekelig im Kaffee empfinden, sind schlicht und einfach Fehler. Fehler in der Pflanze, Fehler in der Aufbereitung, Fehler beim Transport, Fehler beim Rösten, Fehler bei der Lagerung, Fehler in der Zubereitung.

Es ist nämlich einfach verdammt schwierig das Lebensmittel Kaffee halbwegs (!) fehlerfrei zu produzieren. Ganz besonders, wenn das Endprodukt bitte noch gratis aus im Büro ausgeschenkt werden sollte – und natürlich Bio und Fair…ist klar.

Diese Fehler werden dann eben oft mit Milch und Zucker überdeckt, bzw. der Kaffee sehr dunkel geröstet, um sie zu überdecken, was ihn dann so bitter macht, dass du wieder Milch/Zucker brauchst „um das Zeug runter zu kriegen“.

Worauf kommt es an bei gutem schwarzem Filterkaffee?

Auf die Qualität des Ausgangsprodukts und die Zubereitung kommt es an.

Ein paar Tipps dazu habe ich dir in den ersten Folge schon mit auf den Weg gegeben – das war in Folge 2 „Guter Kaffee“ und Folge 3 „5 Tipps für´s Kaffeekochen“.

In ganz kurz zusammengefasst: Du solltest hochwertige Bohnen benutzen, diese frisch mahlen und mit gutem Wasser sorgfältig aufgießen.

Dafür gibt es eine schier unendliche Auswahl an Kaffeezubereitern. Die Filterkaffeemaschine sollte wohl jedem bekannt sein, genau wie eine French Press. Keine neue Erfindung, aber definitiv wiederentdeckt, der Hario V60 Pour Over Filter und die Chemex. Aber auch eine Karsbader Kanne, Omas Handfilter oder der gute alte „Socken Filter“ können guten Kaffee produzieren, wenn man weiß wie.

Richtig umgesetzt bringt mir ein guter Filterkaffee einen extrem ausgewogenen, milden und angenehmen Genuss.

Schwarzer Kaffee ist die Krönung

Nein, nicht die von Jakobs, die würde ich persönlich eher ans andere Ende der Skala platzieren.

Bei einem guten schwarzen Kaffee kann man seine Herkunft, seine Art, seine Aufbereitung schmecken. Wenn man den vergleich hat sogar wie das Wetter dieses Jahr dort war. Es ist wie ein guter Wein, der auch mehr ist als rot oder weiß.

Guter Wein und guter schwarzer Kaffee erzählen dir eine Geschichte. Zugegeben, dafür braucht es ein wenig Übung, aber einfach, weil wir das bewusste schmecken verlernt haben.

Solltest du das wieder erlernen wollen, dann schau gern mal bei meinen Kursen rein, denn da gibt es einen, in dem ich genau das mit dir übe.

Außerdem kannst du im ungepunchten Zustand auch erst wirklich die Qualität erkennen, die dieses wundervolle Getränk vor dir hat.

Vorteil Vielfalt

Zum einen habe ich super viele Zubereitungsarten zur Verfügung, die ein und den gleichen Kaffee auf andere Weise herausheben.

Zum anderen habe ich beim schwarzen Filterkaffee die Chance die Herkunft des Kaffees zu erkunden, die natürliche Vielfalt zu erfahren und so mehr Genuss in mein Leben zu holen. Beides zusammen vervielfältigt die Vielfalt.

Die Ursprünge erkunden kann man grundsätzlich zwar auch mit hochwertigen reinsortigen Espressi, aber es ist a) schwieriger hier wirklich Gute zu finden und b) ist es um ein Vielfaches schwerer einen Espresso auf den Punkt zu extrahieren, so, dass er wirklich sein volles Potential ausschöpfen. Ganz besonders, wenn man jeden Tag eigentlich nur 1 – 5 von ihnen zubereitet. Das braucht an einer Bar schon viel Gefühl, aber zuhause und mit wechselnden Bohnen?

Machbar, aber schwer.

Wenn du mehr über den Umgang mit deiner Siebträgermaschine lernen willst, auch dazu findest du Barista @ Home Kurse hinter diesem Link.

Einen guten Filterkaffee zu brühen ist dagegen sehr viel leichter umsetzbar.

Man braucht weniger Erfahrung für gute Ergebnisse, man braucht nicht so teure Ausrüstung und man verbrät nicht so viel Kaffee, um ihn jeden Tag einzustellen. (und ja das sollte man tun, bei einem Espresso)

Fazit

Für mich gesprochen ist ein guter schwarzer Filterkaffee mein absoluter GoTo Kaffee. Ich trinke gern gute Espressi, aber nicht zuhause. Auch weil ich gerne viel Volumen trinke, um die Aromen zu genießen, dabei wäre Espresso die falsche Wahl.

Das bringt mich auch zum Kernpunkt. Für mich ist es ein guter schwarzer Filterkaffee aus dem Hario V60 oder der Chemex, ob das für dich auch so ist, dass darfst du selbst hinterfragen.

Das ist doch das wunderbare an Kaffee. Für jeden und jede, ist das Richtige dabei, wenn man weiß wie man suchen muss. Festlegen auf eine Art der Zubereitung muss man sich ja, Gott sein dank, auch nicht.

Danke fürs Lesen, Teilen, Supporten und komm gut rüber nach 2022

Links zur Folge

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