Auch zuhause kann man Kaffee verkosten. Das Vergleichende trinken ist förderlich für den eigenen Kaffeegenuss. Aus der Vogelperspektive sieht man hier ein Holztablet mit goldenen Verziehrungen. Darauf stehen unterschiedliche Gläser und Tassen gefüllt mit schwarzem Filterkaffee, sowie einige Cuppinglöffel.

Wie man die eigene Sensorik schärfen kann und warum es sich lohnt

Der geneigte Kaffeetrinker schätzt den Bohnensud nicht nur für seine psychoaktive Wirkung, also weil er wach macht, sondern auch für seine Aromen. Diese Sensorik Sensation kann man dabei aber noch deutlich ausbauen. Es lohnt sich den persönlichen Kaffeegenuss mit allen Sinnen zu betreiben, oder hier und da vielleicht sogar damit zu spielen, denn es ist auf vielerlei Ebenen beeindruckend, was in dieser Welt auf dich wartet.

In diesem Artikel gebe ich dir ein paar Ideen mit auf den Weg, wo und wie du mit deinen Sinnen deinen Kaffeegenuss intensivieren kannst. Als Goodie gibt es ein paar Versuche, welche du direkt bei dir zuhause umsetzten kannst. 

Ein absolut spannendes Thema mit vielen Überraschungen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und umsetzten.

Die Folge „Wieviel Kaffee trinken Baristi eigentlich?“ könnte dich auch interessieren.

Kaffee Sensorik was soll das sein?

Für mich heißt Sensorik zunächst nur, dass man die eigenen Sinne einsetzt, um etwas herauszufinden über das was da vor einem liegt, steht, schwimmt, duftet, wie auch immer. Dabei gibt es – in meinen Augen – keinerlei erhebliche Unterschiede zwischen der Sensorik mit Kaffee und jedweder anderen Disziplin, bzw. Genussmittel.

Horst sitzt in seinem Camper Van und riecht konzentriert an einer Handvoll Kaffeebohnen. Man sieht das er Kaffeegenuss mit allen Sinnen betreibt. Er trägt eine schwarze Wanderweste über einem grauen Kapuzenpulli und eine Brille.

Selbstverständlich gibt es Unterschiede in der Art wie an diese Erkundung herangegangen wird, also wann, wie, welche Sinne genutzt werden und was man daraus erkennt. Die Methoden an sich sind aber in den aller meisten Bereichen sehr ähnlich.

Ebenfalls gemein haben alle Disziplinen, dass man ganz bewusst möglichst viele Sinne involvieren möchte, um so ein umfassendes Bild zu bekommen. So findet man Fehler, so findet man aber auch immer mehr Ebenen seines liebsten Getränks.

Was die Kaffee Sensorik allerdings wirklich einzigartig macht, ist die schiere Menge an Vielfalt der Aromen. Kaffee ist das Lebensmittel mit den meisten Aromabausteinen, auf diesem Planeten.

Kaffee erleben ist mehr als nur schmecken

Jetzt heißt dieser Artikel hier nicht „Kaffee Sensorik – was sie alles kann“ oder so ähnlich, sondern es geht darum Kaffee zu erleben. Das Ziel dieses Beitrags ist es, dich dazu zu ermutigen, auch wirklich hin und wieder alle deine Sinne einzusetzen, um dich deinem Kaffee zu nähern und auch damit zu spielen. Ich garantiere dir, es lohnt sich!

Ein paar Ideen, wie du deine Sinne nutzen könntest, um deinen persönlichen Kaffeegenuss zu intensivieren:

Eine Handvoll einfach mal Kaffee Filterkaffee Kaffeebohnen aus der Egoperspektive. Auf dem Tisch im Hintergrund steht eine Comandante Kaffeemühle, sowie eine Tüte einfach mal Kaffee Filterkaffee.

Beim Öffnen der Packung, halte direkt deine Nase rein und rieche. Schließ dabei die Augen und konzentrier dich mal darauf, was du wahr nimmst.

Danach holst du ein paar Bohnen raus und schaust sie dir mal wirklich genau an. Schau nach Größe, Glanz vs. Mattheit, Gleichmäßigkeit im Braunton. Wie sieht der Schnitt überhaupt aus?

Nach dem Mahlen riech doch gleich noch mal dran. Riechen sie jetzt anders? Gleiches auch nachdem das Kaffeemehl mit Wasser in Berührung kam, verändert sich der Geruch?

Welche Farbe hat der Kaffee überhaupt und bleibt sie gleich vom Anfang der Extraktion bis zum Schluss?

Wie riecht der Kaffee in der Tasse?

Auch beim Trinken kann man auf mehr achten. Frag dich mal, wie fühlt sich der fertige Kaffee denn genau an im Mund? Gerade wenn du auch mal eine andere Bohne trinkst, fühlt die sich dann anders an?

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Das Gehör kann man übrigens ebenfalls überall einsetzten. Gerade beim Mahlvorgang mit einer Handmühle, ergeben sich da spannende Unterschiede.

Ein paar dieser Gedanken sind auch in den Artikel zu „Wie wichtig ist das Ambiente beim Kaffeetrinken?“ eingeflossen.

Ein Konzert für die Sinne

Auf der Küchenzeile in einem Kastenwagen Campern steht ein Hario V60 Glas Brewing Kit auf einer Brewista Smart Scale Kaffeewaage. Gerade läuft feinster Filterkaffee durch und sammelt sich in der Glaskanne. Im Hintergrund schaut man aus dem Küchenfenster auf eine Obstwiese auf der noch zwei weiter Campervans zu erkennen sind. Die Sonne scheint.

Wichtig zu verstehen ist, ein Falsch gibt es bei deinen Wahrnehmungen nicht! Du nimmst wahr, was du wahrnimmst. Was man lernen kann, ist die eigenen Empfindungen zu verfeinern und zu übersetzten in das, damit man am Ende besser darüber kommunizieren kann.

Ich betreibe diese „Forschung“ für mich persönlich jetzt schon viele Jahre, oft im direkten Vergleich von verschiedenen Kaffees und kann dir berichten, es lohnt sich unendlich. Denn man schärft seine Sinne und dadurch öffnen sich noch mehr Türen. Etwas das vorher beispielsweise „irgendwie beerig“ war, wird schnell zu einer Abfolge verschiedener Beerenaromen. Das kann – bei gutem Kaffee – wie ein Konzert für die Sinne sein. Je mehr Sinne ich beteilige, desto imposanter wird das Endergebnis.

So etwas verbindet auch. Erst kürzlich hatte ich die großartige Chance mich einige Tage mit Günter, von Widi Wein, über mehrere Tage auszutauschen. Generell haben Kaffee und Wein natürlich einige Parallelen, da wir aber beide zudem extrem fasziniert sind von Sensorik unseres jeweiligen Getränks, haben wir jeweils wahnsinnig viel von einander gelernt. Ein Interview mit ihm ist übrigens schon in Planung ;). 

Die Versuche für deine Kaffee Sensorik

Versprochen ist versprochen, hier kommen also zwei Hausaufgaben für dich. Kleiner Tipp vorne weg, solche Versuche wirken am besten, wenn du zeit und Ruhe hast. Im Optimalfall schreibst du dir auch noch jeweils auf, was du wahrnimmst.

1. Koche dir eine leckere Tasse Kaffee.

Teil A) setze dich auf einen harten Untergrund und höre für etwa 2 Minuten hektische/unangenehme Musik. 

Nimm einen Schluck und notiere deine Wahrnehmungen. Achte besonders auf die Bitterkeit, die Süße und den Körper des Kaffees.

Teil B) setzte dich jetzt auf einem bequemen Untergrund und höre etwa 2 Minuten  entspannende Musik.

Nimm einen Schluck und notiere deine Wahrnehmungen. Achte besonders auf die Bitterkeit, die Süße und den Körper des Kaffees.

2. Koche dir eine leckere Tasse Kaffee und lege dir je ein kleines Stück weichen Stoff/Samt, sowie Sandpapier bereit.

Beginne den weichen Stoff zwischen Daumen, Zeigefinger und Ringfinger zu reiben. Fühle seine Beschaffenheit. Während du das machst, trinke einen Schluck Kaffee und achte darauf, was du wahrnimmst. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Bitterstoffen, der Süße und dem Körper des Kaffees.

Notiere dir deine Wahrnehmungen.

Nimm jetzt das Sandpapier und wiederhole den Vorgang damit. Notiere dir danach wieder deine Wahrnehmungen.

Vergleiche.

Super spannend sind auch die Aromensets, wie dieses hier. Die machen super viel Spaß, man lernt jedes mal dazu und es bringt einen auf der persönlichen Kaffeereise definitiv weiter.

Das hier ist ein Affiliate Link, aber er wäre nicht hier drin, wäre ich nicht überzeugt. Ich benutzte genau diese Flaschen selbst und empfehle sie dir von Herzen, wenn du wirklich tief eintauchen willst.

Zusammengefasst

Sensorik ist begeisternd und es lohnt sich sie zu trainieren. Deine Wahrnehmung wird sich schärfen und du wirst schon recht schnell mit mehr Kaffeegenuss belohnt. Außerdem verbindet Genuss und die Fähigkeit darüber zu sprechen. Trau dich, du kannst nichts falsch aber eine Menge richtig machen.

Tausend Dank fürs Lesen!

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