Eine grün braune Kaffeepackung mit der typischen Stärkeangabe in Nahaufnahme. Es steht geschrieben: 100% Arabica, der Röstgrad 2, die Säure 3 und die Stärke 3. Aber gibt es starke Kaffeebohnen?

Was uns die Skala mit den Bohnen wirklich verrät

Kennst du das? Du stehst in einem Laden vor dem Kaffeeregal und suchst nach einem neuen Kaffee. Die Geschmacksprofile sagen dir alle wenig oder klingen absolut gleich. Nur diese Skala mit unterschiedlich vielen ausgefüllten Bohnen lächelt dich an. Aber was sagt dir diese Angabe eigentlich? Gibt es denn sowas wie starke Kaffeebohnen? Kann denn schon beim Bedrucken klar sein, wie die Kaffee Intensität in deiner Tasse ausfällt? Wenn das so ist, woran liegt das?

In diesem Beitrag gibt es etwas Aufklärungsarbeit zum Thema: Kaffee Intensität oder Stärke, damit du in Zukunft weißt, was dir diese Skala wirklich sagt. Als Bonus bekommst du mit diesem Artikel ein paar ganz wichtige und grundlegende Infos mit auf deinen Weg, die für jede Art der Kaffeezubereitung wichtig sind.

Gibt es unterschiedlich starke Kaffeebohnen?

Nein. Also eigentlich schon, aber nicht direkt in dem Sinn, der mit der oben beschriebenen Skala gemeint ist. Vielleicht beginnen wir mit der Definition von starkem Kaffee, denn dann wird Einiges klarer. Dafür nehme ich dich aber zunächst gedanklich mit auf eine kleine Exkursion.

Wenn man Kaffee kocht, dann ist das eigentlich nichts anderes als eine chemische Reaktion, in der man gewisse Stoffe mit Wasser von einer Oberfläche ablöst. Man extrahiert diese – meist sind es Aromenträger – aus dem Kaffeemehl.

Insgesamt 30% der in Kaffee enthaltenen Stoffe sind unter gewissen Umständen löslich, bzw. gehen in eine Art Lösung mit dem verwendeten Wasser. Dazu gehören gewisse Öle, Säuren, Vitamine, Mineralien und feinste Festpartikel.

Nur schmecken nicht alle löslichen Stoffe des Kaffees auch gut. Gerade das was gegen Ende der Extraktion gelöst wird mundet nicht jedem. Wir zielen also auf ein recht genaues Fenster von ca. 12 bis 20% gelöster Stoffe in unserer Tasse Kaffee. Das ist im Durchschnitt das, was dem durchschnittlichen Kaffeetrinker, gut schmeckt.

Wieviel Prozent dieser löslichen Stoffe am Ende in der Tasse sind, kann mit einem Refraktometer ermittelt werden. (Ich verlinke dir eines dieser Geräte unter dem Artikel). Richtig angewendet, wirft es dir dann den TDS Wert aus, also einen Wert der „Total Dissolved Soils“ oder auf Deutsch, der „insgesamt gelösten Stoffe“. Je höher dieser Wert, desto konzentrierter, aka. stärker, ist der Kaffee.

So stellt man also fest, wieviel Kaffee im Kaffee ist. Unterm Strich ist das die Definition von Stärke, in meinen Augen jedenfalls.

ABER

Wie hoch dieser TDS aber am Ende ist, wird bestimmt von der verwendeten Menge Kaffee, dem Mahlgrad, der Dauer der Extraktion, dem Druck, der Temperatur und auch dem Röstgrad der Bohnen. Welche Bohnen verwendet werden hat keine, oder wenn nur eine verschwindend geringe Bedeutung in dieser Gleichung.

Wie kann dann vorher bereits die Kaffee Intensität feststehen?

Ganz einfach, indem nicht die Konzentration gemeint ist, sondern wie stark der Kaffee die klassischen Kaffeearomen aufweisen wird.

In Nahaufnahme sehen wir wie Filterkaffee in den Bauch der Chemex Filterkaffeekanne gebrüht wird. Er hat eine hellbraune Farbe, die eher wie dünner Kaffee wirkt. Das kann aber täuschen. Im Hintergrund sieht man eine Kerze stehen.

Überleg mal: Wenn du an einen starken Kaffee denkst und seine Attribute beschreiben müsstest, was fällt dir dann ein? Bitterkeit, harscher, vielleicht aschiger Geschmack? Viel Körper, dunkle Farbe und Ähnliches? Das sind nämlich alles Punkte, die dann tatsächlich bereits vorher klar sind, da sie zum absoluten Großteil vom Röstgrad und der Bohnenmischung bestimmt werden.

Das alles hat aber nur einen extrem geringen Einfluss darauf, wie stark der Kaffee beispielsweise auf unseren Körper wirkt. Auch ein sehr leicht schmeckender und fragiler Kaffee kann hoch dosiert sein und somit stark wirken, aber eben nicht so schmecken. Dies funktioniert übrigens auch umgekehrt.

Was verrät mir die Skala dann?

Sie verrät dir etwas darüber wie intensiv der klassische Kaffeegeschmack zu erwarten ist. Ebenfalls gibt sie dir Auskunft darüber, wie dunkel die Röstung sein wird und damit auch für welche Zubereiter der Kaffee funktionieren wird.

Durch dir Kombination von alle dem kannst du dir zudem auch noch eine Einschätzung über die verwendete Bohnenqualität erhaschen, denn als Faustregel kann man sagen: hochqualitative Rohkaffeebohnen werden in den seltensten Fällen sehr dunkel geröstet.

Zusammengefasst

Gibt es keine starken Kaffeebohnen im Sinne einer Skala. Eine Auskunft über die Kaffee Intensität gibt dir die „Bohnenskala“ leider auch nicht, aber über die Intensität des klassischen Kaffeegemacks und die Eignung für Zubereitungsmethoden.

Alles in allem denke ich also, dass es durchaus eine gute Hilfe sein kann, um im großen Angebot eine schnelle Entscheidung treffen zu können. Persönlich drucke ich eine solche Skala nicht auf meinen Kaffee, aber das ist reine Eitelkeit.

Tausend Dank fürs Lesen!

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