Ein Omnia Camping Ofen, ein Ridgemonkey Sandwichtoaster und Rohkaffee in einem Glas, stehen auf der Oberfläche eines Wohnmobils.

Oder kann man im Wohnmobil Kaffee selber rösten?

Hast du nicht auch schon mal überlegt, ob du nicht einfach selbst zum Kaffeeröster werden kannst? Eigentlich ist das gar nicht so schwer, denn Kaffee wird traditionell relativ simpel unter ständigem Rühren in einer gusseisernen Pfanne geröstet und das rund um den Globus, seit vielen hundert Jahren. Gut, unsere modernen Gaumen, sind feineres Vorgehen gewohnt, aber grundsätzlich machbar ist es.

Alles was du brauchst ist ein Gerät, mit welchem du die Bohnen gleichmäßig auf ca. 200 – 220 Grad erhitzten kannst. Warte mal, erreicht der Omina nicht solche Temperaturen? Ja, das macht er. Dieser Gedankengang hat das Spielkind in mir geweckt, weshalb ich es einfach direkt mal ausprobieren musste. 

Ein Omnia Camping Ofen, ein Glas mit Rohkaffee und Johannes von der 93 Grad Rösterei in Rosenheim.

Da man Spaß bekanntlich am besten teilt, habe ich mir noch den Johannes von der Rösterei 93Grad geschnappt und wir sind der Frage hinterher:

Kann man Kaffee im Wohnmobil selber röstern?

Weil es so schön ist, habe ich auch gleich noch meinen Ridgemonkey Sandwitch Toaster eingepackt.

Was dabei herausgekommen ist, ob es trinkbar war und ob irgendetwas explodiert ist, dass erfährst du in dieser wohl bisher unprofessionellsten und unseriösesten Folge vom einfach mal Kaffee Podcast.

Viel Spaß beim Lesen und Hören!

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(Hier werden Markennamen genannt, diese Folge wurde aber NICHT beauftragt. Ich besitze diese Geräte einfach und habe den Versuch daher in ihnen durchgeführt.)

Die Grundidee – Kaffee selber rösten

Vom Prinzip her ist Rösten auch gar nicht schwer. Man nehme ein erhitzbares Gefäß, Rohkaffee, sowie eine Hitzequelle und kombiniere diese Dinge.

In die Tiefen des Röstprozesses tauchen wir hier nicht ein. Wenn dich das interessiert, findest du mehr dazu in Folge 13 „Kaffee Rösten! Was passiert da eigentlich?“ . Genauso wie es in der Folge 48 „Dunkle vs. Helle Kaffeebohnen?“ eben um die Bedeutung von Röstgraden etc. geht. An dieser Stelle möchte ich nur ein paar Dinge herausheben, da wir in der Folge darüber sprechen.

Also, wie funktioniert das denn nun grundlegend? Das Gefäß gibt durch Kontakt die Hitze der Flamme an die Bohnen weiter. Nach einer gewissen Zeit beginnen diese dann mit ihrer – auch äußerlichen – Transformation. Sie ändern ihre Farbe, ihr Volumen, ihr Gewicht und ihren Geruch.

An einem bestimmten Punkt ist so viel Hitze in der Bohne, dass sie (quasi) platzt. Das Hört man auch recht deutlich als Knacken. Genannt wird dieser Moment „1st Crack“. Röstet man dann noch deutlich länger knistern die Bohnen aber sogar noch ein zweites Mal, in dem Moment, in dem dann die Öle nach außen drücken. Dieses zweite Knistern ist dann logischer weise der 2nd Crack.

Je nachdem, wie stark ausgeprägt die Röstaromen sein sollen, nimmt man den Kaffee irgendwann zwischen dem 1. Und 2. Crack von der Hitze und kühlt ihn möglichst zügig mit Luft runter. Klar kann man den Kaffee auch über den 2. Crack noch weiter rösten, dabei entstehen aber extrem viele Röstaromen. Das funktioniert vielleicht für richtig dunkle italienische Röstungen, mit viel Erfahrung und der entsprechenden Infrastruktur. Zuhause in der Pfanne, würde ich dir davon abraten.

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Herausforderungen beim zuhause Kaffee rösten

Um ein leckeres Endprodukt zu haben, bedarf es – wie bei allem im Kaffee – vor allem der Gleichmäßigkeit und auch großer Genauigkeit. Beides wird in professionellem Umfeld durch die entsprechenden Maschinen und Sensoren immer weiter verbessert. Zuhause, oder wenn man auf die Idee kommt im Wohnmobil Kaffee rösten zu müssen, dann hat man diese Ausrüstung freilich nicht zur Verfügung.

Hier muss man sich klassischerweise an den rein äußerlichen Indizien orientieren. Natürlich hilft Erfahrung, dabei etwas Gutes zu produzieren, für den Spaß an der Freude reicht aber auch einfach ein bisschen Aufmerksamkeit und die Möglichkeit den Kaffee viel zu bewegen im Röstgerät der Wahl.

Beim Kaffee selber rösten achtet man auf:

  1. Eintritt der Gelbphase = Kaffee beginnt deutlich gelb zu werden => ab hier vorsichtig werden mit der Hitze.
  2. Leichte Rauchentwicklung => bisschen Hitze raus
  3. 1st Crack = Knistern/Knacken => Aufpassen, jetzt wird es spannend
  4. Alles fertig geknackt? => Alles halbwegs gleichmäßig braun? => runter damit und kühlen.

Beim Kühlen hilft schwenken in einem Sieb, wobei du hier darauf vorbereitet sein solltest, sehr viele „Silberhäutchen“ überall zu verteilen. Kaffee rösten staubt.

Besonderheiten im Van

Um ehrlich zu sein finde ich die Gegebenheiten zum selbst Kaffee rösten im Wohnmobil etwa gleichwertig, wie in einem Steinhaus. Vor allem hat man in den meisten Fällen sogar einen Gasherd, welcher perfekt ist, um die Hitze zu kontrollieren. Lediglich die Lüftungssituation solltest man unbedingt vorher überdenken. 

Naja und man benötigt natürlich ein passendes Gefäß zum rösten. Die wenigsten Menschen haben eine Gusseiserne Pfanne im Van dabei, weshalb ich so begeistert war von der Idee zwei meiner Gadgets in ihrer Tauglichkeit fürs Rösten zu überprüfen.

Kaffeerösten im Omnia

Geht! Also, man bekommt zumindest den Kaffee braun.

Dieser so vielfältig einsetzbare Camping Ofen lässt sich auch zum Rösten umnutzen. Bei dem Versuch sind mir allerdings – wie bereits vorher erwartet – ein paar Schwierigkeiten aufgefallen.

Der Omnia ist dafür gemacht befüllt zu werden und anschließend geschlossen auf dem Kochfeld zu stehen. Wer Kaffeerösten im Omnia Kaffeerösten möchte, der muss ihn aber sowohl öffnen, als auch darin Rühren. Die Hitze am Boden des Omnia Backofens ist bauartbedingt logischerweise Höher als weiter oben. Lässt man die Bohnen jetzt einfach nur darin liegen, werden einige stark geröstet, andere gar nicht. #Gleichmäßigkeit?

Unser Ergebnis war entsprechend bunt gemischt, mit Vertretern jedes Röstgrades im Endergebnis. Was optisch eine reine Kathastophe war, haben wir anschließend noch etwas aussortiert und es damit halbwegs trinkbar bekommen. Lecker ist allerdings anders und das obwohl wir wirklich guten Rohkaffee benutzt haben.

Kaffeerösten im Ridgemonkey

Die Bauartbedingten Schwierigkeiten des Omnias, im Bezug auf seine Röstqualitäten, hat dieser Toaster nicht. Durch die Griffe kann man ihn leicht Hochnehmen und Schütteln, man kann ihn beidseitig auf die Flamme geben und auch zwischenzeitlich ohne Probleme öffnen.

Das Ergebnis war somit erwartungsgemäß deutlich gleichmäßiger. Auch konnte man sehr viel besser kontrollieren, wieviel Hitze an die Bohne gelangt. Nichtsdestotrotz ist auch diese Methode prädestiniert für Tipping, also das sehr punktuelle weitergeben von Hitze.

Zusammengefasst

Man kann sowohl im Omnia, als auch im Ridgemonkey, und wahrscheinlich auch in fast jeder Pfanne, Kaffee im Wohnmobil rösten. Was für ein wunderbarer Spaß!

Mehr als ein Spaß ist es aber auch nicht. Ein wenig Übung würde wohl helfen das Ergebnis deutlich qualitativ hochwertiger zu gestalten. Dennoch bleiben diese Geräte aber einfach ein Camping Ofen und ein Camping Toaster.

Generell kann Kaffee zuhause selbst rösten sehr viel Spaß machen. Man muss auf einiges achten und es hilft natürlich, wenn man ein wenig weiß was man tut. Ergebnisse wie aus einer guten Rösterei kann man zuhause aber nicht erwarten.

Danke fürs Lesen, Teilen & Supporten!

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